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“Stimmlich gibt Villazon hier alles, was in Jubel und stehenden Ovationen endet.”

“Rolando Villazón, jener tenorale Weltstar, ist in der Rolle des Michel trotz stabiler stimmlicher Leistung eher darstellerisch herausgefordert. Villazón, auch wenn er oft vor Schmerz über seine eingebildete Angebetete über die Bühne taumelt, gibt hier keinen Psychopathen, dessen innere Zerstörung man nicht sieht und die nur durch das, was er nach Außen hin an Monströsem treibt, sichtbar wird. Nein, im Gegenteil: Die Oper selbst zeigt alles, von dem Michel besessen ist, und Villazón muss als Darsteller nur die Projektionsfläche seiner garstigen Träume bieten. Vielleicht ist dies das Prinzip des Clowns, den Villazón abseits seines Sängertums sonst gerne und höchst virtuos gibt: Er spielt die monströsen Ereignisse, die ihn überkommen und zugleich seine höchst menschliche und deshalb komische Reaktion darauf.”

“Rolando Villazón als Michel gestaltet sein Rollendebüt durchdacht und sicher. Gerade in der Höhe ist seine weiterhin sehr wohlklingende Stimme extrem sicher und gut geführt. In der Mittellage zeigt er baritonale Stärke. Alles verbindet er mit einer enormen sängerischen Ausdruckskraft und angenehmer französischer Diktion. Villazón ist auch darstellerisch der Star des Abends. Er hüpft, er zittert, er tanzt, er fällt. Er ist komisch, er ist zärtlich, er ist wütend und ängstlich. Dabei ist er immer auf der Bühne und somit sind die zwei Pausen der Aufführung für ihn eingerichtet. Villazón präsentiert sich als großer Sängerdarsteller und in exzellenter körperlicher Verfassung. In aller Bescheidenheit nimmt er schließlich seinen lautstarken Applaus entgegen. Seinem Teamgeist verleiht er einen besonderen Ausdruck, indem er niemals alleine vor den Vorhang tritt.”

Der große Sängerdarsteller Villazón bietet die Projektionsfläche von Michels garstigen Träumen

Rolando Villazón als Michel ist über drei Stunden pausenlos auf der Bühne und liefert stimmlich wie darstellerisch eine große Leistung ab. Villazón muss keinen Psychopathen geben, sondern als Darsteller nur die Projektionsfläche seiner garstigen Träume bieten: Es ist ja das Äußere der Handlung, welches mit der Fantasiegeliebten Juliette und den anderen Traumgestalten Michels Inneres zeigt. Auf Monströses menschlich und damit komisch zu reagieren: Das ist die Spezialität dieses Sängers, welcher immer auch eine Schwäche für die Kunst der Clownerie hatte. Claus Guth folgt in seiner Szenographie unprätentiös den Stärken von Villazón und macht ihn für den Michel zur Idealbesetzung.”

“Clownesk im Slapstick und erfüllt von chaplinesker Traurigkeit, strauchelt und purzelt Villazón durch seine surreale Umwelt und kämpft sich geradezu schwebend in Zeitlupe durch die Nebelschwaden des Zentralbüros für Träume. Reinen stimmlichen Genuss bereitet Villazóns Zwiegesang mit der zwischen diesseitiger Weiblichkeit und traumhafter Phantasmagorie changierenden Magdalena Kožená. Ovationen des Publikums für diese beiden Protagonisten schließen auch die weiteren Solisten, den Chor, die Staatskapelle und ihren GMD sowie das Regieteam mit ein. Ein großer Opernabend, szenisch und musikalisch ein Erlebnis!”

“Im dritten Akt, in dem Power gefragt ist, überzeugt er mit Kraft und Klang. Großartig, wie er seine ewige Liebe zu Juliette heraus singt. Ihm gelten zuletzt Ovationen.”

“Dieser Abend ist ein Triumph für Rolando Villazon. … Mit seiner enormen Bühnenpräsenz hat der Mexikaner ja schon immer gepunktet – so radikal aber, so berührend wie jetzt in Bohuslav Martinus „Juliette“ an der Berliner Staatsoper konnte er sein darstellerisches Potenzial noch nie ausreizen.(…) Sie alle aber bleiben nur Statisten, selbst Magdalena Kozena als Juliette, bei diesem großen Villazon-Abend. Charlie Chaplin als Referenz für seine schauspielerische Leistung aufzurufen, ist nicht zu hoch gegriffen. Denn Villazon ist ein trauriger Clown, ein Virtuose der übergroßen Stummfilm-Bewegungen, der mal eben zum Puppenspieler wird, wenn man ihm einen Plüschpapagei über die Hand stülpt, der den running gag mit der Pistole, die er einfach nicht loswerden kann, grandios durchzieht. Der aber eben auch dem Zuschauer ans Herz greift in seiner emotionalen Orientierungslosigkeit, seinem hilflosen Herumtappen in der fremden, unlogischen Umgebung. Der Liebe sucht und doch nur Verzweiflung finden kann.”

“Belmonte is arguably the composer’s most taxing tenor role (four lengthy arias and an extended duet), but he surmounts the difficulties with more than credit.”

“En tous cas son Belmonte est à marquer d’une pierre blanche. Santé vocale éclatante, allemand impeccable (encore qu’exotique à la façon d’un Domingo), investissement dramatique, tenue de la ligne, souffle infini, aisance dans les vocalises … Rien ne manque.”

“In his first German role, Villazón sounds assured, both in speech and in song. He has a tendency to charge at phrases like a bull at a gate, which interestingly makes the wimpish Belmonte sound positively heroic. The coloratura in ‘Ich baue ganz’ is very well done, with superb breath control (and what enchanting woodwind-playing, offsetting the Gluckian plodding of the strings!)”