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“Belmonte is arguably the composer’s most taxing tenor role (four lengthy arias and an extended duet), but he surmounts the difficulties with more than credit.”

“En tous cas son Belmonte est à marquer d’une pierre blanche. Santé vocale éclatante, allemand impeccable (encore qu’exotique à la façon d’un Domingo), investissement dramatique, tenue de la ligne, souffle infini, aisance dans les vocalises … Rien ne manque.”

“In his first German role, Villazón sounds assured, both in speech and in song. He has a tendency to charge at phrases like a bull at a gate, which interestingly makes the wimpish Belmonte sound positively heroic. The coloratura in ‘Ich baue ganz’ is very well done, with superb breath control (and what enchanting woodwind-playing, offsetting the Gluckian plodding of the strings!)”

„(Rolando Villazon) kann deutlich machen, dass ihn die Tragödie einer abstürzenden (hier buchstäblich abstürzenden) Künstlerin mehr interessiert als die Liebesgeschichte. Und dass er kein Verständnis aufbringt für den, der ihre Zukunft noch vor der Krankheit zum Tode kaputt macht. Im lustigen Getümmel – spektakuläre Mühe hat Thibault Vancraenenbroeck in die fantastischen Kostüme für den Chor gesteckt – gibt es einen empfindlichen Untergrund.“

„Villazón inszeniert “La Traviata” als Fiebertraum der bereits todkranken Violetta, die sich und ihren Liebhaber Alfredo als einzige Menschen in einer Welt aus lauter Zombies halluziniert, aus Untoten aller Völker und Zeiten, eine Schreckensmasse von angepassten Individualisten. Einziger Lichtblick bleibt ein Double von Violetta, das sich in Gestalt einer Trapezkünstlerin hoch über die Köpfe der anderen erheben kann – und am Ende abstürzt.

Keine Frage: Villazón meint es ernst mit dem Inszenieren, auch künstlerisch. Er gehört nicht zu den Sängern, die den Ausflug hinter das Regiepult unternehmen, um sich selbst die Nostalgie konservativer Ausstattungsorgien zu gönnen. Der Opernregisseur Rolando agiert zwar sängerfreundlich, kommt aber eindeutig aus der Tradition des Regietheaters. In Baden-Baden gelingen ihm damit einige beeindruckende Bilder.“

„Startenor Rolando Villazón macht aus “La Traviata” eine Parabel auf eine mörderische Spaßgesellschaft. Auch für seine zweite Regiearbeit in Baden-Baden mit Olga Peretyatko gibt es begeisterten Applaus.“

„Villazóns Regiekonzeption unterhält und berührt. In ihren besten Momenten, zum Beispiel wenn im Schlussakt der Chor der Masken auf der Hinterbühne sichtbar wird, gewinnt der Trubel der irdischen, stets auf einem Vulkan tanzenden Welt etwas Gespenstisches. Wie in Federico Fellinis Filmen, man denke an die Schlusssequenz von “8½”, wird die clownesk-bunte Komödiantenschar – originell visualisiert durch Thibault Vancraenenbroecks Kostüme – zu Protagonisten der Traumdeutung.“

“Und wieder gab es zum Schluss im Festspielhaus begeisterten, langanhaltenden Applaus. Das lag aber nicht nur am “Dreamteam”. Villazón ist ja bekanntlich kein “Dummtenor”. Er lebte immer auch von seiner stimmlichen Intelligenz. Und auch als Regisseur erweist er sich als kluger Gestalter. “La Traviata” – “Die vom Weg abgekommene” – sollte ursprünglich “Amore e Morte” heißen, also “Liebe und Tod”. Und da genau setzt Villazóns Regiekonzept an. Er inszeniert die Oper als Parabel auf eine mörderische Spaßgesellschaft. Violetta, die junge Edelkurtisane, von galoppierender Schwindsucht bedroht, gibt sich ganz dem champagnerseligen, erotisch aufgeladenen Taumel der Pariser Halbwelt hin. Die wahre Liebe zu Alfred Germont kommt zu spät. Der Tod ist schneller. Das Bühnenbild von Johannes Leiacker ist eine Mischung aus Zirkusarena, Spielhölle, Bordell und unerbittlich ablaufender Uhr. Die Figur der Violetta wird verdoppelt durch eine Trapezkünstlerin (atemberaubend: Susanne Preissler). Beide werden von der Gesellschaft angehimmelt; beide erleiden den unvermeidlichen tödlichen Absturz. Diese “gute” Gesellschaft, die beide Violettas umschwirrt, wird durch phantasievolle Kostüme (Thibault Vancraenenbroeck) gezeichnet. Die Inszenierung ist knallbunt, gleichzeitig rabenschwarz.“

„Es passt zudem sehr gut ins mondän surreale Designkonzept, dass die drei Gesichtslosen aussehen wie einer menschenbevölkerten, aber identitätsfreien Giorgio-de-Chirico-Komposition entstiegen. Einmal halten sie Magda einen leeren Bilderrahmen entgegen, den die freilich ungerührt und ohne Sinn für Metaphorik nur als Spiegel nutzt. Auch das fügt sich, denn hier wird auf der Bühne scham- und schrankenlos Weiblichkeit gefeiert wie verklärt, bisweilen belächelt und ironisiert; meist aber hymnisch besungen (…)Startenor Rolando Villazón macht seine unaufgeregt kulinarische Inszenierungssache (es ist seine vierte Regiearbeit) wieder so bewährt solide, theaterpraktisch im besten Sinne, galant anzusehen und mit einem effizienten Konzept, dass die dünne Story mit ihren “Bohème”-Anklängen und “Traviata”-Déjà-Vues liebevoll lebt, in ihrer zitatreichen, nicht weiter bedeutungsschwer zu nehmenden Kunstwelt wie im Treibhaus gedeiht (…)“

„Am Ende der Premiere von Puccinis “La Rondine” wird er heftig umjubelt. (…)Frauenflüsterer Villazón hat eine andere, weniger chauvinistische Deutung parat. Er verlegt die Handlung in die goldig-verrufenen 20er-Jahre und versetzt das Ganze mit ein paar surrealistischen Elementen. (…) Das Auge wird zwei Stunden lang von Villazón verwöhnt, er scheut weder Pracht noch Kitsch (Bühnenbild: Johannes Leiacker).“